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dr.phil. Stefanie Dathe
über die arbeit von susanna messerschmidt

  Seit über einem jahrzehnt arbeitet Susanna Messerschmidt mit gefärbter latexmilch, aus der sie winzig kleine oder teppichgroße biomorphe hohlkörper entwickelt, frei von jeglicher abbildhaftigkeit. Optisch inspiriert sind gestalt und aufbau der gebilde von mikrobiologischen zellorganismen, deren im mikroskop sichtbar gewordene künstlerische schönheit unsere naturvorstellung nachhaltig geprägt hat.
Die latexkörper von Susanna Messerschmidt wiederholen die unendlichen formalen möglichkeiten der natur in einem metaphorischen kontext. Ihre schwellende gestalt verweist auf aspekte der fruchtbarkeit und fortpflanzung, als ensembles reproduzieren sie das in der natur wirksame geheimnis von evolution und wachstum.
Bei näherem hinsehen entlarven sich die objekte als steril und artifiziell. Betont wird die künstlichkeit durch eine aufreizende, intensive farbigkeit, die ein gefühl von vitalität, gepaart mit leisem unbehagen, hervorruft.
Susanna Messerschmidt thematisiert in ihrer kunst die eigenwillige formkraft der natur und unser zivilisatorisches verhältnis zu ihr.
Die symbiotische harmonie zwischen mensch und natur lässt sich heute nur noch als idylle oder utopie formulieren. Die natur ist zum produkt von imagination und inszenierung geworden, zu einer projektionsfläche, die mehr über den zustand unserer gesellschaft als über das wesen der natur aussagt. Messerschmidt geht in ihrer kunst weit hinter eine vordergründige entfremdungsproblematik von mensch und natur zurück.
Ihre arbeit thematisiert zum einen die parallelität des künstlerischen schöpfungsaktes mit dem natürlichen. Zum anderen erneuert sie in der konfrontation des betrachters mit den objekten sein bewusstsein dafür, dass die natur bei aller entfremdung die erste erfahrungsgrundlage des menschen ist.

 
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